Das Cembalo

Historische Instrumente erzählen von der Musik ihrer Zeit

Das Vorbild für unser zweimanualiges franko-flämisches Cembalo stammt von Jan Goermans aus dem Jahr 1764 und wurde von Pascal Taskin 1783 erweitert. Es befindet sich in der Russell Collection der University of Edinburgh.

In unserer Konzertreihe Bunkerrauschen im Medienbunker ist ein Nachbau hiervon zu hören, den Michael Johnson 1978 in Fontmell Magna, England, angefertigt hat. Sein Tonumfang und seine zahlreichen Klangfarben geben ein breites Spektrum aus der Klangwelt des späten 18. Jahrhunderts wieder. Sie dokumentieren zugleich den Endpunkt des Cembalobaus, als der Vormarsch des Hammerklaviers mit seiner neuartigen Anschlagsdynamik nicht mehr aufzuhalten war.

Michael Petermann spielt auf dem Instrument nicht nur Barockmusik, sondern zeigt damit auch, wie Komponisten des Sturm und Drang oder der Wiener Klassik noch mit Klängen aus älterer Zeit im Ohr zu neuen Ufern aufgebrochen sind. Außerdem hat er das Instrument gesampelt und setzt dessen digitalen Nachbau vom Laptop aus für seine Werkreihe Das wohlgenerierte Clavier ein.

Technische Daten:

  • erbaut 1978 von Michael Johnson in Fontmell Magna, England
  • 2005 von Ulrich Weymar in Hamburg neu bekielt und besaitet
  • zwei Manuale, Tonumfang fünf Oktaven FF bis f''', koppelbar
  • Drei Register, unteres Manual 8', 4' und oberes Manual 8'
  • im unteren Manual Lautenzug und Peau de buffle
  • Kammerton a=415 Hz, transponierbar nach 440 Hz
  • Länge 245 cm

»Der Feinsinn hat Methode ... Wirklich ein völlig anderer Eindruck!«

Die Hamburger Morgenpost über das Programm »Der doppelte Haydn«, in dem dieselbe Sonate erst auf dem historischen Cembalo und danach auf dem modernen Steinway-Flügel gespielt wurde.